Veranstaltungen

Vom 25.—27.09.2019 findet die Agrarministerkonferenz in Mainz statt. Die Agrarminister*innen und -senator*innen von Bund und Länder entscheiden hier über die Zukunft unserer Landwirtschaft. Sie entscheiden über Klima, über die Qualität unserer Böden und unseres Wassers, über unser Essen …

Die Agrarpolitik entscheidet – schon seit Jahrzehnten – nicht in unserem Interesse: sie fördert die Großbetriebe der Agrarindustrie und überläßt die kleinbäuerlichen Höfe den «Kräften des Marktes». Gerade sie, die für eine gute und nachhaltige regionale Ernährung stehen, sind die ersten, die der Klimawandel existenzbe­drohend trifft.

Wir haben Agrarindustrie und Massentierhaltung satt!

Monokulturen und Massentierhaltung verwandeln Landschaften in Ödnis. Sie vergiften zunehmend unsere Böden und unser Grundwasser. Sie zerstören den Lebensraum von Tieren und Insekten. Sie zerstören gemeinsam mit den Saatgutmonopolen die Artenvielfalt durch Gen- und Hybridpflanzen.
Und sie sind ein Haupttreiber des Klimawandels. So ist die Vernichtung der Regenwälder in Lateinamerika für den Futtermittelanbau wesentlich der Massenfleischproduktion hier geschuldet. Hin­zukommen die extrem schlechten – zum Teil menschenverachtenden – Arbeitsbedingungen in der Agrar- und Fleischindustrie.

Wir haben Höfesterben und Bodenspekulation satt!

Seit Jahren wächst die Spekulation von Investment- und Kapitalgesellschaften mit landwirtschaftlichen Böden. Ergebnis ist eine fatale Landkonzentration. Agrarsubventionen die nur an der Betriebsfläche orientiert sind, nutzen vor allem großen Betrieben. Die Bodenpreise sind mit nachhaltiger, kleinbäuerlicher Landwirtschaft nicht zu bezahlen. Aber die Agrarpolitik im Bund und der EU setzt auf «Wachsen oder Weichen». Sie hat allein in den letzten 10 Jahren die Existenz von über 100 000 Höfen in Deutschland vernichtet. Profitiert hat die (exportorientierte) Agrar- und Fleischindustrie, deren Billigexporte auch noch auf anderen Kontinenten bäuerliche Existenzen zerstören und damit Menschen zur Flucht zwingt.

Wir haben Rassismus satt!

Uns eint auf allen Kontinenten der gewaltfreie Protest gegen die Agrarindustrie. Die Stärke unseres Bündnisses ist die Vielfalt und Internationalität. Wir heißen Geflüchtete willkommen! Wir sagen Nein zu Menschenfeindlichkeit jeglicher Art! Wir treten Neo-Nazis, Rassismus und rechter Hetze ­entschieden entgegen!

Wir gehen auf die Straße für …

… faire, höhere Erzeuger*innenpreise für eine gute und nachhaltige Ernährung.

… tarifvertraglich abgesicherte Arbeitsbedingungen und Löhne.

… die Förderung einer kleinbäuerlichen Landwirtschaft der vielfältigen Frucht­folgen, der Artenvielfalt und des sorgsamen Umgangs mit dem Boden.

… ein Verbot der Bodenspekulation. Der Boden gehört denen, die ihn bearbeiten!

AbL – Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e. V.
Landesverband Rheinland-Pfalz/Saarland
www.abl-ev.de

Solidarische Landwirtschaft Mainz
attac Mainz
BUND Kreisgruppe Mainz
Fridays For Future
Parents For Future
Cronopios
Extincton Rebellion
Fördergemeinschaft für biologisch-dynamische Landwirtschaft
Netzwerk Solidarische Landwirtschaft
SOLAWI FELDKULTUR Schwabsburg

28. April 2019: Saatgut- und Jungpflanzentag

3. Saatgut und Jungpflanzentag

Die Solawi Mainz lädt zu ihrem 3. Saatgut- und Jungpflanzentag ein. Wir bauen selbst nur samenfeste Gemüsesorten an und möchten die Vielfalt und Unabhängigkeit von samenfesten, (regionalen) Saatgut erhalten und verbreiten, sowie über aktuellen Bewegungen dieser Thematik berichten:

Klimawandel und Landwirtschaft waren letztes Jahr medial in aller Munde. Doch sieht die europäische Agrarpolitik die Förderung einer klimaschonenden und vielfaltsfördernden Landwirtschaft vor? Michael Stork möchte in seinem Vortrag Alternativvorschläge für die Agrarpolitik auf Grundlage des Reformmodells der AbL (Arbeitsgemeinschaft der bäuerlichen Landwirtschaft) darlegen. Als weiterer Schritt werden soziale Initiativen und landwirtschaftliche Techniken vorgestellt, die das Potential zur Klimaanpassung haben.

Erfolgreich regionales, saisonales Gemüse angebaut oder eingekauft?! Aber du kannst den Einheits-Eintopf nicht mehr sehen: Birte und Karen möchten in ihrem Workshop einen Einblick in die (Gemüse-)Fermentation geben. Sie werden euch die Klimafreundlichkeit und Gesundheitsaspekte dieses Prozesses aufzeigen und auch die Grundlagen des praktischen Vorgehens.

Außerdem könnt ihr an diesem Tag regionale Initiativen mit dem Fokus samenfeste Saatguterhaltung und Projekte, die sich für eine natur- und sozialgerechte Landwirtschaft einsetzten kennenlernen. Zudem gibt es Jungpflanzen und Saatgut von regionalen Produzent*innen zu erwerben.

Aber ihr habt auch die Möglichkeit euer eigenes Saatgut oder Jungpflanzen (bitte nur von samenfesten Sorten) mit zu bringen und untereinander zu tauschen.

Einladung und Programm als PDF

Ablauf:

13.00 Uhr Beginn

14.00 Uhr
Vortrag von Birte und Karen „Lass mich, ich fermentier‘ das jetzt!“

15.15 Uhr
Vortrag von Michael Stork „Können landwirtschaftliche und agrarpolitische Maßnahmen den Klimawandel abmildern?“

Aussteller*innen

Botanischer Garten Uni Mainz (https://www.botgarten.uni-mainz.de/botanischer-garten/)

BUND – Wildpflanzen Saatgut (http://blumenwiesen.bund-rlp.de)

Fermentation (Birte und Karen)

Freie Saaten (www.freie-saaten.org/)

Hundsrücker Biogemüse (Ragna Stemmer, www.hunsrückerbiogemüse.de)

Neustadt Garten (www.gartenfeld-mainz.de)

Obst- und Gartenbauverein Bengel e.V. (www.ogvbengel.blogspot.co)

Regenbogenschmiede (www.regenbogenschmiede.net)

Saatgutbox Initiative Wiesbaden

Solidarische Landwirtschaft Mainz e.V. (www.solawi-mainz.de)

VEN, Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt e.V. (www.nutzpflanzenvielfalt.de/)

So findet ihr zu uns:

Solawi-Gärtnerei, Klosterstrasse 85, Mainz-Gonsenheim

Bahn: vom Hbf Mainz die S-Bahn 50/51 Richtung Finthen, Haltestelle: Gesundheitszentrum/ Kapellenstrasse, von dort 5 min zu Fuß

Auto: Bitte beachtet, dass es vor Ort KEINE Parkmöglichkeiten gibt! Ein öffentlicher Parkplatz ist auf dem Juxplatz (5min zu Fuß)


Zeit ist reif für Brücke zwischen Zivilgesellschaft und Landwirtschaft
AbL fordert von der Agrarministerkonferenz klare Rahmenbedingunge

AbL – Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft: Pressemitteilung, Mainz, 09.04.2019

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e.V. fordert die Ministerinnen und Minister auf, mutige agrarpolitische Schritte zu gehen und klare Rahmenbedingungen für die Bäuerinnen und Bauern zu setzen.

Anlässlich der Bund-Länder-Agrarministerkonferenz in dieser Woche in Landau/Rheinland-Pfalz (10.-12.04.2019) fordert die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e.V. die Ministerinnen und Minister auf, mutige agrarpolitische Schritte zu gehen und klare Rahmenbedingungen für die Bäuerinnen und Bauern zu setzen. Bei einer Vorabaktion vor dem Landwirtschaftsministerium in Mainz erklärt Georg Janßen, AbL-Bundesgeschäftsführer:

„Die Zeit ist reif, neue stabile Brücken zwischen Landwirtschaft und Zivilgesellschaft sowie zwischen Landwirtschaft und Politik zu bauen. Das Höfesterben muss gestoppt werden. Die AbL setzt sich für eine artgerechte Tierhaltung im Stall und auf den Weiden, für einen klima- und artenschonenden Ackerbau und für die Gewährleistung von sauberem Trinkwasser ein, darunter geht es nicht mehr. Dies alles gehört nicht nur auf die Tagesordnung der Agrarministerkonferenz, es gehört in die praktische politische Umsetzung und muss gemeinsam und verantwortungsvoll von allen angepackt werden. Die aktuelle Diskussion um die Düngeverordnung zeigt die fatalen Folgen, wenn die Probleme ausgesessen werden. Die notwendige Reduzierung von großen Tierbeständen darf kein Tabu sein. Vielmehr brauchen wir eine überzeugende Nutztierstrategie. Das Ziel von mehr Tierwohl bei weniger Tieren pro Quadratmeter und folglich weniger Gülle muss mit höheren Erzeugerpreisen und Erlösen für die Tierhalter verbunden werden. Der notwendige Umbau der Landwirtschaft wird nur gelingen, wenn die Bäuerinnen und Bauern dabei nicht allein gelassen werden und wenn sie nicht auf den Kosten des Umbaus sitzen bleiben. Der  notwendige Umbau der Landwirtschaft ist vergleichbar mit dem Ausstieg aus der Kohle, vergleichbar mit der notwendigen Energie- und Verkehrswende. Deshalb fordert die AbL von der Bundesregierung ein besonderes Finanzierungsinstrument mit zusätzlichem Geld für diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Der Wissenschaft­li­che Beirat des Bundeslandwirtschafts­ministeriums nennt die Größenordnung von 3 – 5 Mrd. Euro jährlich, um eine tierwohl- und umweltgerechte Tierhaltung realisieren zu können. Auch die flächendeckende Ökologisierung des Ackerbaus benötigt deutliche finanzielle Anreize, damit der Umbau im Getreide- und Gemüse­anbau gelingen kann. Die aktuelle Diskussion um die EU-Agrarreform kann in Landau genutzt werden, um agrarpolitisch Nägel mit Köpfen zu machen. Statt wie bisher die Höhe der EU-Direktzahlungen an die Fläche ohne Qualifizierung zu binden, fordert die AbL, die EU-Gelder dafür zu nutzen, konkrete Leistungen der Betriebe für eine artgerechte Tierhaltung und klimaschonenden Ackerbau gezielt zu honorieren. Dies ist eine große Chance zur langfristigen Existenzsicherung der Betriebe. Und es ist eine große Chance, die bäuerliche Landwirtschaft mit der Zivilgesellschaft durch eine gesellschaftlich akzeptierte Agrarpolitik zu versöhnen. Worauf warten die Agrarminister?“
vollständige Pressmitteilung als PDF

V.i.S.d.P.: Georg Janßen, AbL-Geschäftsführer, mobil: 0170 – 4964684

Konkrete Vorschläge der AbL zur EU-Agrarreform und zum Umbau der Tierhaltung hat die AbL vorgelegt, siehe www.abl-ev.de