Zeit ist reif für Brücke zwischen Zivilgesellschaft und Landwirtschaft
AbL fordert von der Agrarministerkonferenz klare Rahmenbedingunge

AbL – Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft: Pressemitteilung, Mainz, 09.04.2019

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e.V. fordert die Ministerinnen und Minister auf, mutige agrarpolitische Schritte zu gehen und klare Rahmenbedingungen für die Bäuerinnen und Bauern zu setzen.

Anlässlich der Bund-Länder-Agrarministerkonferenz in dieser Woche in Landau/Rheinland-Pfalz (10.-12.04.2019) fordert die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e.V. die Ministerinnen und Minister auf, mutige agrarpolitische Schritte zu gehen und klare Rahmenbedingungen für die Bäuerinnen und Bauern zu setzen. Bei einer Vorabaktion vor dem Landwirtschaftsministerium in Mainz erklärt Georg Janßen, AbL-Bundesgeschäftsführer:

„Die Zeit ist reif, neue stabile Brücken zwischen Landwirtschaft und Zivilgesellschaft sowie zwischen Landwirtschaft und Politik zu bauen. Das Höfesterben muss gestoppt werden. Die AbL setzt sich für eine artgerechte Tierhaltung im Stall und auf den Weiden, für einen klima- und artenschonenden Ackerbau und für die Gewährleistung von sauberem Trinkwasser ein, darunter geht es nicht mehr. Dies alles gehört nicht nur auf die Tagesordnung der Agrarministerkonferenz, es gehört in die praktische politische Umsetzung und muss gemeinsam und verantwortungsvoll von allen angepackt werden. Die aktuelle Diskussion um die Düngeverordnung zeigt die fatalen Folgen, wenn die Probleme ausgesessen werden. Die notwendige Reduzierung von großen Tierbeständen darf kein Tabu sein. Vielmehr brauchen wir eine überzeugende Nutztierstrategie. Das Ziel von mehr Tierwohl bei weniger Tieren pro Quadratmeter und folglich weniger Gülle muss mit höheren Erzeugerpreisen und Erlösen für die Tierhalter verbunden werden. Der notwendige Umbau der Landwirtschaft wird nur gelingen, wenn die Bäuerinnen und Bauern dabei nicht allein gelassen werden und wenn sie nicht auf den Kosten des Umbaus sitzen bleiben. Der  notwendige Umbau der Landwirtschaft ist vergleichbar mit dem Ausstieg aus der Kohle, vergleichbar mit der notwendigen Energie- und Verkehrswende. Deshalb fordert die AbL von der Bundesregierung ein besonderes Finanzierungsinstrument mit zusätzlichem Geld für diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Der Wissenschaft­li­che Beirat des Bundeslandwirtschafts­ministeriums nennt die Größenordnung von 3 – 5 Mrd. Euro jährlich, um eine tierwohl- und umweltgerechte Tierhaltung realisieren zu können. Auch die flächendeckende Ökologisierung des Ackerbaus benötigt deutliche finanzielle Anreize, damit der Umbau im Getreide- und Gemüse­anbau gelingen kann. Die aktuelle Diskussion um die EU-Agrarreform kann in Landau genutzt werden, um agrarpolitisch Nägel mit Köpfen zu machen. Statt wie bisher die Höhe der EU-Direktzahlungen an die Fläche ohne Qualifizierung zu binden, fordert die AbL, die EU-Gelder dafür zu nutzen, konkrete Leistungen der Betriebe für eine artgerechte Tierhaltung und klimaschonenden Ackerbau gezielt zu honorieren. Dies ist eine große Chance zur langfristigen Existenzsicherung der Betriebe. Und es ist eine große Chance, die bäuerliche Landwirtschaft mit der Zivilgesellschaft durch eine gesellschaftlich akzeptierte Agrarpolitik zu versöhnen. Worauf warten die Agrarminister?“
vollständige Pressmitteilung als PDF

V.i.S.d.P.: Georg Janßen, AbL-Geschäftsführer, mobil: 0170 – 4964684

Konkrete Vorschläge der AbL zur EU-Agrarreform und zum Umbau der Tierhaltung hat die AbL vorgelegt, siehe www.abl-ev.de


Was ist Solidarische Landwirtschaft?

Jede Woche frisches Biogemüse das direkt vor der eigenen Haustür gewachsen ist, du kennst den Acker und die GärtnerInnen, hilfst – sowie du kannst – ein paar Mal im Jahr mit und bist an den Entscheidungsprozessen beteiligt. Die GärtnerInnen wissen sicher, dass sie all ihr Gemüse loswerden und genauso sicher, dass sie ihren Lohn bekommen.

Dieses Konzept der selbstorganisierten, nicht-industriellen, marktunabhängigen Nahrungsmittelversorgung heißt „Solidarische Landwirtschaft“ oder „CSA“ (Community supported Agriculture). Hierbei übernimmt eine Gruppe von Menschen die Verantwortung für einen landwirtschaftlichen Betrieb (in unserem Fall eine Gärtnerei), finanziert diesen und erhält im Gegenzug die Ernte.

Weiterführende Informationen:

Das ‚Solidarische Landwirtschaft‘-Netzwerk bietet viele Infos und Definitionen rund ums Thema: https://www.solidarische-landwirtschaft.org/startseite/

Der Dokumentations-Film ‚Die Strategie der krummen Gurken‘ beschreibt das Konzept der Solidarischen Landwirtschaft am Praxisbeispiel ‚GartenCoop Freiburg‘: http://www.cinerebelde.org/die-strategie-der-krummen-gurken-p-121.html?language=de

Veranstaltungen

Terminankündigungen für 2019

28. April 2019: Saatgut- und Jungpflanzentag

3. Saatgut und Jungpflanzentag

Die Solawi Mainz lädt zu ihrem 3. Saatgut- und Jungpflanzentag ein. Wir bauen selbst nur samenfeste Gemüsesorten an und möchten die Vielfalt und Unabhängigkeit von samenfesten, (regionalen) Saatgut erhalten und verbreiten, sowie über aktuellen Bewegungen dieser Thematik berichten: „Veranstaltungen“ weiterlesen

Über Uns

„Wir ernähren uns selbst – unabhängig von Konzernen, nach ökologischen Grundsätzen und mit vereinten Kräften“ – das ist die Idee, die hinter „Solidarischer Landwirtschaft “ – kurz: Solawi – steht!

Dazu haben die mittlerweile rund 311 Mitglieder der Solawi Mainz einen eigenen Landwirtschaftsbetrieb gegründet, Maschinen und Saatgut gekauft, Pachtverträge abgeschlossen und vier Gärtner*innen engagiert. Finanziert wird der Betrieb nach dem Prinzip eines fairen Finanzausgleichs: Wer mehr hat, gibt auch mehr, damit alle unabhängig von ihrem Einkommen mitmachen können.

Nicht der Markt bestimmt also, was zu welchem Preis und auf welche Weise angebaut wird, sondern wir selbst entscheiden – die Mitglieder der Solawi Mainz! Wer bei uns mitmacht, kauft also nicht ein einzelnes Lebensmittel, sondern er verantwortet die gesamten Anbau mit: von der Aussaat bis zur Ernte, von der Finanzierung  bis zur Verteilung der Lebensmittel. Dafür teilen wir uns die Ernte ebenso wie die Aufgaben, Kosten  und Risiken. Und wir übernehmen Verantwortung: für unser Stück Land, für unseren Betrieb und für die Menschen, die für uns arbeiten. „Über Uns“ weiterlesen